Selbstvermessung

Was ist eigentlich Selbstvermessung? Dank der Digitalisierung können wir immer mehr Bereiche unseres Alltags, aber auch uns selbst und unser Handeln vermessen. Mithilfe von Apps oder Wearables, zum Beispiel Smartwatches, ist es möglich, das eigene Leben in Zahlen zu fassen. Diese Daten können mit empfohlenen Richtwerten, wie die tägliche Schrittanzahl, oder mit den Werten von Freunden und Familienmitgliedern verglichen werden. Auch eigene, zu einem früheren Zeitpunkt generierte Daten, können als Vergleich herangezogen werden: Was habe ich heute gegessen? Wie viele Stunden habe ich heute Nacht geschlafen? Wie viele Schritte bin ich gelaufen? Habe ich mehr Kilometer zurückgelegt als mein Freund oder meine Freundin? War ich beim Training heute schneller als letztes Mal?

In dem Gebrauch von Self-Tracking-Technologien schwingt die Intention mit, die eigene Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen und sein Leben zu verbessern. Die sogenannten Gesundheits-Tracker, die diese Daten ermitteln, werden in verschiedene Bereiche unterteilt: zum einen die Vermessung der eigenen Verhaltensweisen, wie Nahrungsaufnahme, Schlafrhythmus und Arbeitsproduktivität. In den Bereich der emotionalen Zustände fällt zum Beispiel die Dokumentation und Analyse von persönlichen Stimmungen. Aber auch die eigenen Körperzustände, wie Herzfrequenz, Blutzuckerwert und Gewicht, können getrackt werden. Diese gehen oft mit der Vermessung von Körperleistungen einher, wie Sporteinheiten, dem Kalorienverbrauch oder den am Tag zurückgelegten Schritten.

Die wachsende Verbreitung und Nutzung der digitalen Selbstvermessungstechnologien bringt sowohl Potentiale als auch Risiken mit sich: Leben die Menschen nur noch nach Zahlen, statt dem eigenen Körper zu vertrauen oder diesem überhaupt Beachtung zu schenken? Kann Selbstvermessung wirklich zur Prävention von Krankheiten dienen? Was passiert mit all den aufgezeichneten Daten von Apps, Watches und Co.? Diese sind nur einige Fragen, die das Thema Selbstvermessung aufwirft.